Die Königskerze - Ein Wunder der Natur mit Potential zur Wetter- und Winter-prognose

Heute geht es im Amalienwohnzimmer mal nicht um Kuchen, Kochen oder Tee… nein, heute möchte ich Euch hier von meiner Begegnung mit der Königskerze berichten. Seit ungefähr Mitte April diesen Jahres, habe ich ein Exemplar davon, fast täglich besucht und deren Entwicklung bis Ende August mit über 80 Fotos für Euch festgehalten.

In den letzten Jahren hatte ich immer wieder von den vielfältigsten Dingen über die Königskerze gehört. Zum Beispiel, dass man an ihren Blüten erkennen könne, wie sich der kommende Winter entwickeln soll. Ihre Wuchsrichtung könnte auch zur Wetterprognose dienen. Leider hatte ich nie das Glück, so eine Pflanze in meiner Nähe zu finden, bzw nie auf so ein Gewächs geachtet. 

Doch Mitte April diesen Jahres fand ich am Wegrand, im kargen Kiesboden, meiner täglichen Hunde-Gassi-Runde, die wuschelig behaarte Blattrosette einer Königskerze und schloss die damals noch relativ kleine Pflanze, sofort in mein Herz. Ausserdem war damit mein Sommer-Projekt „Königskerze“ geboren. Ich wollte unbedingt dieses Geheimnis Wetter- und Schneeprognose einmal selbst erleben bzw mich selbst einmal darin auszuprobieren. 

Nachfolgend möchte ich Euch eine kleine Auswahl an Fotos zeigen, wie sich „meine Königin“ dann in nur wenigen Wochen zu einer Pflanze mit einer stattlichen Größe von über zwei Metern Höhe entwickelt hat. 

Und… versuchen den kommenden Winter vorherzusagen. Aber, da ich dies nun zum ersten mal versuche und noch keine Vergleiche zu  vorangegangen Jahren habe, soll das hier natürlich nur ein Versuch, ohne Gewähr sein. 

Dieses erste Bild habe ich am 18. April diesen Jahres aufgenommen. Es war auch der Tag, an dem ich die „Königin“ am Wegrand im Kies gefunden habe. Wie Ihr seht, kann man noch nichts von einer Blüte erkennen. Sie sieht noch recht unscheinbar aus. 

Doch schon gute zwei Wochen später, Anfang Mai, fing sich die Pflanze zu strecken an und….

…acht Wochen später, hat sie schon angefangen ihre Blüte zu entwickeln. 

Ab der Entwicklung der Blüte, Ende Juni, fing die Königskerze an, täglich enorm zu wachsen. Dieses Bild habe ich am 26. Juni gemacht…

.. und schon drei Tage später, am 29. Juni kann man gut erkennen, wie sich die Blüten-Kerze anfängt zu entwickeln. 

Am 1. Juli konnte ich dann zum ersten Mal miterleben, dass meine „Königin“ auch zur Wetter-Prophetin taugt. Wie Ihr seht, zeigt sie zum ersten mal nicht mehr nach oben, sondern stark zur Seite. 

 

Wie sich abends herausstellte, hatte sie damit angezeigt, dass es einen Wetterumschwung, mit einem gewaltigen Gewitter, geben würde.

 

Aufgrund der Fähigkeit der Königskerze, neben der Schneeprognose auch das Wetter vorherzusagen wird sie im Volksmund auch des öfteren als Blitzkerze, Donnerkerze und Wetterkraut bezeichnet. 

Am 6. Juli war sie dann schon mindestens eineinhalb Meter hoch und mein Hund musste schon richtig zu ihr aufsehen. Sie neigte sich diesmal nach Osten, was mit der Prognose für gutes Wetter einhergeht. Tatsächlich setzte zu dieser Zeit eine warme und trockene Wetterphase ein. 

Am nächsten Tag, bei wunderschönem Wetter, wie am Vortag angekündigt, zeigte die Königskerze ihre ersten Blüten. 

Zwei Wochen später, am 21. Juli, stand sie, bei immer noch wunderschönem Wetter, kerzengerade, fast vollständig blühend, da.

Acht Tage später, am 29.Juli, hatte sie seitliche Ausläufer gebildet, aber Blüten waren nur noch vereinzelt zu erkennen.

Am 30. Juli machte ich noch einmal ein Foto mit Dalai um Euch zu zeigen, wie groß die Königin inzwischen geworden war. Sie hatte nun eine Größe von etwas über zwei Metern erlangt.

Um den 5. August zeigte die Königskerze dann ihre letzten Blüten und ich stellte mich langsam darauf ein, dass meine Königin sich wohl bald zur Ruhe begeben würde. 

Meine Recherchen zur Königskerze hatten inzwischen dazu geführt, dass die Winterprognose mit ihrer Hilfe nicht vor Mitte bis Ende August stattfinden kann. Die Königskerze muss dazu komplett ausgewachsen sein, aber sie darf noch nicht abgestorben sein. 

Ich hatte seit Anfang August leider kaum noch Blüten an der Königskerze gefunden und merkte nun immer mehr, dass die Pflanze wohl keine neuen „Bewegungen“ mehr machen würde.

 

Auf  diesem Foto vom 11. August, könnt Ihr erkennen, dass die Kerze absolut keine Blüten mehr trug und der untere Teil der Pflanze schon ziemlich braun und dürr geworden war. Auch bei weiterer Begutachtung in den folgenden Tagen waren keine neuen Blüten mehr zu sehen. 

Normalerweise teilt man eine blühende Königskerze im August in drei Abschnitte:

  • Blüten am unteren Teil der Kerze stehen dabei für den Spätherbst,
  • Blüten am mittleren Teil, für die Wintersonnenwende (um den 21. Dezember) und
  • Blüten am oberen Teil für die eigentlich meist schneereichste Zeit des Winters, um Ostern herum.

Da sich nun schon seit Anfang August kaum noch Blüten entwickelt hatten und auch nach diesem Foto vom 11. August die Pflanze keine Zeichen bezüglich neuer Blüten erkennen ließ, stand für mich nun fest, dass der nächste Winter leider zu keinem Zeitpunkt richtig Schnee für uns bringen würde.

Kein Abschnitt der Pflanze trug nur eine einzige Blüte und selbst wenn der günstigste Zeitpunkt für die Prognose, um den 15. August, sich dieses Jahr verschoben hätte, befanden sich auch gegen Ende August keine neuen Blüten mehr an der Kerze.

 

Am 31. August war „meine Königin“ dann völlig abgestorben und mein Projekt abgeschlossen. 

So schnell vegeht die Zeit. Nur wenige Monate waren nun vergangen, in denen ich oft schon von weitem meine Pflanze versucht hatte zu entdecken. An manchen Tagen, wenn die Sonne noch nicht richtig stand, konnte ich sie von weitem kaum erkennen und hatte jedesmal Angst, dass sie vielleicht zerstört worden sei. Aber sie hat den Sommer gut überstanden und trotz der eigentlich wenigen Blüten viele Samen gebildet, die hoffentlich nächstes Jahr neue Königskerzen entstehen werden lassen.

Nur, wird es dann an dieser Stelle nicht so schnell neue Kerzen geben, denn diese Pflanze ist zweitjährig und bildet erst im zweiten Jahr ihre große Blütenkerze aus. 

Zum Schluss noch kurz ein paar Worte dazu, woher diese Kunst der Wettervorhersage wohl kommt. 

Sie stammt wohl vor allem von den Bergbauern, die sich auf die Vorhersage der Wetterkerze, wie sie sie häufig nannten, verlassen haben. Vor allem bezüglich ihrer Planung des besten Zeitraumes für den Transport der geschlagenen Bäume ins Tal, mittels Pferdeschlitten, benötigten sie die Aussagen der Königskerze hinsichtlich der Schneelagen. 

 

Nun, werden wir ja mal sehen, ob ich mit meiner Beobachtung hinsichtlich des kommenden Winters, richtig liege. 

Ein bisschen hoffe ich, dass ich bzw. die Königskerze nicht richtig liegen. Denn ein erneuter Winter, so fast ganz ohne Schnee, wäre wirklich sehr traurig.

Vielleicht gibt es ja unter Euch auch noch jemanden, der sich mit der Königskerze auskennt und diese wunderbare Pflanze hinsichtlich des kommenden Winters beobachtet hat …. und ist vielleicht zum gleichen oder zu einem ganz anderen Ergebnis als ich gekommen?! Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Ihr Euch dann hier melden würdet und von Euren Erfahrungen berichten würdet.

Noch einen schönen Herbst mit hoffentlich viel Sonnenschein 

wünscht Euch

Eure Amalie

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