Über das Räuchern mit der Königskerze, die Rauhnächte, das "Sich Vorbereiten auf das Neue Jahr" und ein großes Danke an alle meine Leser für das Jahr 2020

Dieses ungewöhnliche Jahr geht heute für uns zu Ende. Ich hoffe sehr, dass Ihr, meine lieben Leser, es möglichst unbeschadet überstanden habt und Ihr trotzdem auch auf schöne Momente zurückblicken könnt. 

Auch wenn ich die letzten Monate oft genug daran verzweifeln wollte, dass so vieles nicht so war, wie ich es eigentlich gewohnt war, habe ich mit meiner Familie versucht immer wieder vor allem dafür dankbar zu sein, was trotzdem noch möglich war. 

Wir sind zum Beispiel unglaublich oft in die Berge gefahren und haben dabei zahlreiche neue Plätze hier im Süden von Bayern entdeckt, die wir so viel Jahre noch nicht entdeckt hatten. Wir haben uns einen Outdoor-Gas-Grill zugelegt und schon viel Spass damit gehabt bei Minusgraden, auch in Zeiten von geschlossenen Restaurants, im Rahmen eines Bergausfluges ein warmes Mittagessen, weit ab von zu Hause, genießen zu können. Und, und und…

Aber all dies soll gar nicht Thema dieses Artikels sein. Nein, ich möchte mich hier zum Abschluss diesen Jahres bei Euch bedanken, dass Ihr mich 2020 so oft auf meinem Blog besucht habt. Dabei war der Artikel, der Euch wohl am meisten interessiert hat, mein Wetterprojekt mit der Königskerze. Kein Artikel meines Blogs hatte jemals so viele Leser wie dieser Beitrag. Davon inspiriert, habe ich heute zum Abschluss des Jahres noch mal eine Kleinigkeit zu „meiner Königin“ für Euch vorbereitet.

Die „Königin“ hat sich zwar längst zur Ruhe begeben. Aber sie ist noch da und ich besuche sie immer noch: 

Jetzt werdet Ihr Euch vielleicht fragen, was ich Euch da jetzt nochmal zu dieser Pflanze erzählen möchte? Ich möchte Euch hier nur ganz kurz anhand der Königskerze über meine Erfahrungen zum Räuchern erzählen. Ich fange damit gerade erst an und habe schon so Einiges darüber gelesen. Das Räuchern ist eine wundervolle Methode sich selbst etwas Gutes zu tun und vielleicht nebenbei auch für das eigene Heim eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. 

Das Räuchern wurde schon seit Jahrtausenden von den Menschen praktiziert und wird, nach Jahren des Vergessens, gerade wieder neu entdeckt. Ich habe das Gefühl, dass besonders in diesem Jahr mit seinen vielen Unsicherheiten, die Menschen ganz besonders nach etwas suchen, was ihnen Geborgenheit und Wohlsein beschert. 

So habe ich bei meinen Recherchen zur Königskerze auch entdeckt, dass mit Königskerzenblüten und -blättern in früheren Zeiten häufig Räucherungen vorgenommen wurden, um Blitz und Donner von Haus und Hof fernzuhalten. Das Räuchern sollte dabei helfen atmosphärische Spannungen aufzuheben. Daher rührt wohl auch die Bezeichnung der Königskerze als Wetterkerze.

Das Räuchern mit der Königskerze soll auch in unerträglichen Zeiten starke Emotionen, Ärger, Stress und Zwistigkeiten  dämpfen. Es soll helfen ruhiger und gelassener zu werden. Das ist meiner Meinung nach zur Zeit gerade das, was wir für das Neue Jahr gut gebrauchen können.

Deshalb möchte ich Euch hier meine ersten Versuche der Kunst des Räucherns mit Hilfe von Bestandteilen der Königskerze zeigen. Da die Idee dazu leider erst nach der Blüte der Kerze gekommen ist, kann ich Euch nur zeigen, wie ich die getrockneten Blätter der Kerze geräuchert habe. Für das nächste Jahr habe ich mir aber fest vorgenommen rechtzeitig auch ein paar Blüten zu sammeln und zu trocknen, um den viel beschriebenen sommerlich und honigartigen Duft erleben zu dürfen. Die Blätter der Königskerze duften für mich aber ebenfalls wunderbar und lassen sich aufgrund ihrer behaarten Oberfläche ganz besonders gut räuchern. Früher wurde oft sogar die ganze Pflanze in Öl getaucht und wie ein Docht, als Fackel verwendet. 

Zum Räuchern könnt Ihr professionelle Räucheröfen oder einfach mit Sand gefüllte Schalen verwenden. Ihr könnt dann auf den Sand Räucherkohle legen oder auch einfach Eure Räucherkräuter, Wurzeln oder Harze direkt verbrennen. 

Auf dem Bild könnt Ihr erkennen, wie die Blätter der Königskerze bei mir anfangs angefangen haben einfach nur ein wenig anzusengen, bevor sie dann richtig anfingen zu brennen und dann den erwünschten Räucherduft entwickelten. Ich empfand den wohligen, samtigen Duft als sehr entspannend und angenehm, also genau den erwünschten Effekt.

Ihr könnt natürlich zum Räuchern alle möglichen Kräuter, Wurzeln und auch Harze verwenden. Jedes Räucherwerk hat dabei ein anderes Aroma und eine andere Wirkung. 

Aber den erwünschten Haupteffekt, also negative Energien zu vertreiben, Frieden in den eigenen vier Wänden einziehen zu lassen und reinigend zu wirken, haben eigentlich alle Räuchermittel. 

 

Nach dem Räuchern bin ich nun schon bei meinem zweiten Thema, den Rauhnächten, während denen das Räuchern eine ganz besondere Bedeutung hat. 

Ich würde Euch zu gerne ganz ganz viel über die Rauhnächte berichten. Das Thema ist, wie das Räuchern, unglaublich spannend und interessant. Aber da sie zum Ersten für dieses Jahr schon zur Hälfte vorüber sind und es zum Zweiten eigentlich sehr viel dazu zu sagen gäbe, werde ich hier nur ganz kurz ein paar Worte dazu schreiben. 

Um die zwölf Rauhnächte bzw. heiligen Nächte, ranken sich unzählige Sagen und Mythen. 

Die vier wichtigsten Rauhnächte sind dabei beginnend mit der ersten Rauhnacht, die Wintersonnenwende (20./21. Dezember), der zweiten, der Heilige Abend (24./25. Dezember), der dritten, die Silvesternacht (31. Dez./1. Januar) und der letzten, der DreiKönigstag (5./6. Januar). Die Zeiträume der Rauhnächte unterscheiden sich aber regional. In manchen Gegenden beginnen sie erst in der Nacht des Heiligen Abends und enden mancherorts auch schon am Neujahrstag. 

Aber überall wurde und wird diese ruhige Zeit von den Menschen dazu genutzt mit dem alten Jahr innerlich abzuschließen und sich auf das neue, kommende Jahr vorzubereiten. 

Der Legende nach steht jede der zwölf Rauhnächte für einen Monat des Folgejahres. Die sehr intensive und aufmerksame Beobachtung verschiedenster Begebenheiten in der Zeit der Rauhnächte kann dabei die Vorhersage des neuen Jahres ermöglichen. 

Es wird dazu empfohlen Tagebuch zu führen, welches dabei helfen soll, diese Zeit der Besinnung sehr intensiv zu erleben. In diesem Zusammenhang steht zum Beispiel auch der Brauch des Bleigießens, der ja auch eine Form der Prognose für das neue Jahr ist.

Schreibt man sich zum Beispiel zu jedem Tag der Rauhnächte das Wetter auf, kann man, der Sage nach, das Wetter jeden Monats des kommenden Jahres vorhersagen. Aber auch viele andere in dieser Zeit aufnotierte Beobachtungen, Träume, Begebenheiten können Aufschluss über das Folgejahr geben.

Auch sollte man Wünsche und Hoffnungen für das alte und neue Jahr in dieser Zeit festlegen. Dabei sollten sich die in den ersten sechs Nächten auf das vergangene Jahr beziehen, während die in den weiteren sechs Nächten für das kommende Jahr stehen. 

So sollte man in den sechs ersten Nächten mit Dingen des alten Jahres abschließen. Es sollten dabei alte, unvollendete Dinge, wie zum Beispiel nicht bezahlte Rechnungen beglichen werden oder Streitigkeiten beendet werden beziehungsweise sollte man seinem Streitpartner vergeben. Auch sollte Dankbarkeit für Vergangenes empfunden werden und sich aber auch mit möglichen Schattenseiten des vergangen Jahres auseinandergesetzt werden.

In den sechs weiteren Nächten sollten beispielsweise Herzensziele für das kommende Jahr formuliert werden oder Pläne für neue Wege geschmiedet werden. Dabei ist wichtig für das neue Jahr klare positive Wünsche und Ziele zu formulieren.


Neben dem Führen eines Rauhnächte-Tagebuches und dem Notieren von Wünschen und Hoffnungen sollten laut alter Quellen auch täglich Räucherungen durchgeführt werden. Dabei sollte der Rauch in die einzelnen Räume der Wohnung oder des Hauses geblasen werden. Die Gedanken sollten dabei ganz intensiv mit den an diesem Tag aufgeschriebenen Tagebuch-Notizen geknüpft sein. Dadurch kann man eine Verstärkung aller dieser „Besinnungen“ für das neue Jahr erwarten. 

Die Mitte der Rauhnächte bildet die Silvesternacht. Sie war und ist für die Menschen der Höhepunkt der Rauhnächte und auch der Beginn des neuen Jahres. 

In dieser Nacht glaubten die Menschen seit vorchristlicher Zeit ganz besonders an das Wirken böser Mächte. So erzählten sie sich, dass in dieser oft besonders kalten, stürmischen, dunklen und langen Nacht die Seelen der Toten und böse Geister in die Welt der Lebenden Zugang suchen. Man fürchtete sich vor den wilden Umzügen und Jagden der Dämonen, die über das Land ziehen.

Diese Nacht wurde und wird als besonders gefährlich eingestuft. Daher kommt zum Beispiel auch die Empfehlung, dass man während der Zeit der Rauhnächte und besonders in der Silvesternacht keine Wäsche waschen und aufhängen sollte, da sie nach dem Mythus unter Umständen von den Geistern gestohlen und später als Leichentücher benutzt werden könnte. 

Da dies alles ein wenig ungemütlich klingt, komme ich nun abschließend noch mal zurück zum Räuchern.

Dieses Jahr werden ja wahrscheinlich die ganz großen Silvester-Feuerwerke mit ihrem Geböller, Knallern und Krachern ausfallen. Aber vielleicht wäre dann ja das Aufstellen von ein paar Kerzen und das Räuchern von verschiedenen Kräutern eine schöne Alternative. Denn die Geister und Dämonen mögen neben Lärm auch kein Feuer und Rauch. Sie lassen sich sicher auch mit so einfachen und stillen Alternativen vertreiben. 

Und vielleicht haben wir dann ja auch die Chance, wenn wir alles ein wenig gelassener und ruhiger zum Neuen Jahr angehen, diese „Wilde Jagd“ der bösen Dämonen und ich meine diesmal eigentlich eher die, die uns 2020 so zu schaffen gemacht haben, bewusst und endgültig zu erleben und mit ganzer Kraft zu vergraulen.

Auf dass die „Wilden und Bösen Mächte“ mit dem Jahreswechsel schwächer werden und uns hoffentlich bald wieder entspannter leben lassen werden…!!!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine wunderschöne Silvesternacht und einen guten Start in ein glückliches und gesundes Neues Jahr 2021.

Alles Liebe von Eurer

Amalie

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Ganz wunderbare Fotos und Gedanken. Das Räuchern klingt auch spannend. Werde mich dieses Jahr aufs Sammeln konzentrieren und im nächsten Winter auch räuchern.

    1. Liebe Elke,
      Vielen Dank für Deine nette Nachricht hier auf meinem Blog. Freut mich sehr, dass Dir mein Beitrag gefallen hat und ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg für’s Räuchern. Vielleicht schreibe ich dieses Jahr dazu auch noch einen ausführlicheren Artikel. Liebe Grüße von Deiner Amalie

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