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Ein paar kleine Gedanken aus dem „Wohnzimmer“

Ein Plädoyer für die Familie

Ich weiss nicht, ob es eine gute Idee ist, hier im „Wohnzimmer“ über unsere aktuelle Situation zu schreiben. Inzwischen haben schon so viele schlaue und nicht-so-schlaue Leute darüber geschrieben, sich sehr viele Menschen intelligente und nicht so intelligente Gedanken gemacht, hilfreiche und nicht so hilfreiche Ratschläge gegeben, und und und….

Trotzdem… es sind mir in den letzten Tagen so viele Gedanken durch den Kopf gegangen und irgendwie liegt es mir am Herzen Euch ein wenig daran teilhaben zu lassen. Dabei will ich hier nur über ein paar meiner positiven Gedanken berichten, denn beunruhigende und schreckliche Nachrichten findet Ihr sowieso zu genüge an anderer Stelle.

 

Dieses kleine Virus hat nun eben unser aller Leben und zwar nicht nur hier in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt, komplett verändert. Zumindest empfinden es die meisten von uns so. Auch bei mir hat sich das Leben gerade sehr gewandelt. In unser Heim sind inzwischen die Töchter wieder eingezogen und mein Mann versucht im Home-Office zu arbeiten. 

Alle müssen jetzt aufeinander Rücksicht nehmen. Jeder hat so seine Sorgen und Gefühle, die er versuchen muss in den Griff zu bekommen. Da geht es natürlich neben der Sorge krank zu werden auch darum, wie es mit dem Studium weiter gehen wird und wie sich langfristig die Arbeitsstelle entwickeln wird. Auch wenn das alles streckenweise sehr anstrengend ist, komme ich in diesen Tagen immer wieder zu dem Ergebnis, dass ich eigentlich sehr glücklich bin, dass wir das als Familie gerade gemeinsam durchstehen dürfen. Auch wenn hier dauernd jemand fragt, was es und wann es endlich was zu essen gibt und ob ich dies oder das schon gewaschen hätte, bin ich dankbar, dass jeder von uns gerade nicht alleine ist.

Ausserdem habe ich das Gefühl, dass diese Zeit, die ja ganz sicher nicht unendlich sein wird, in vielen Familien ein Fenster aufgemacht hat. 

Mamis und Papis, die normalerweise regelmässig in ihre Arbeit gehen und die Kinder in die Kita, Kindergarten oder andere Kinderbetreuung gegeben haben, müssen sich jetzt plötzlich selbst darum kümmern, die Kinder den ganzen Tag zu beschäftigen, ihnen etwas zu kochen und mit ihnen an die Luft zu gehen. Das sind auf einmal ganz neue Seiten des Lebens, die sicher viele Menschen stressen, aber für alle Familienmitglieder eine ganz neue Seite des Lebens zeigen. Sicher, in ziemlich gnadenloser Dimension, denn es gibt jetzt wirklich keine, aber auch gar keine Hilfen von aussen mehr. Es muss nun wirklich selbst gekocht werden, es können keine Spielkameraden eingeladen werden, es gibt absolut keine Möglichkeit Ablenkung auf dem Spielplatz, im Freizeitpark, im Kino, im Schwimmbad oder ähnlichem zu suchen. Es muss der Alltag (besonders schwierig mit Kindern und vielleicht nebenbei auch noch mit  Home-OFFICE) komplett alleine gemeistert werden.

Aber ist nicht gerade das Wieder-Entdecken der Fähigkeit selbst zu kochen, kreativ Spiel- und Bastelideen für die Kinder zu entwickeln, selbst zu versuchen die Kindern bezüglich Schule auf dem Laufenden zu halten oder auch mal mit der ganzen Familie raus in die Natur zu gehen eigentlich auch was Schönes. Auch vielleicht Zeit zu haben einfach mal nach dem Essen länger sitzen zu bleiben und zu reden oder zu diskutieren. Dafür ist ja in normalen Zeiten meist keine Zeit. Oder auch über alte Zeiten nachzudenken, mit den Kindern die Fotos von damals heraus zu suchen und und und … 

Ich habe das Gefühl, dass das wunderbare Momente für viele Menschen, vor allem im Verbund mit ihren Familien, sein können,  in denen ganz neue oder oft schon vergessene Seiten des Lebens wieder entdeckt werden können. Vielen Menschen sind diese ganz banalen, aber doch eigentlich so rudimentären Dinge im Leben leider in unserer Zeit abhanden gekommen.

 

Bestimmt empfinden viele von Euch diesen kleinen Ausschnitt meiner Gedanken der letzten Tage als unangemessen, angesichts derer, die in diesen Tagen wirklich Leid und Not, Existenzangst und Krankheit erleben müssen und denen solche Gefühle gerade wirklich nicht in den Sinn kommen. 

Trotzdem bin ich der Meinung, auch wenn dieses Jahr vielleicht ein „verlorenes Jahr“ sein wird, in dem unter Umständen der Urlaub, das geplante Fest oder andere Vorhaben nicht stattfinden werden, finanziell eher ein Rückschritt als ein Fortschritt stattfinden wird, sollten wir alle in diesem Jahr auch eine Chance sehen. Wir erleben gerade etwas, was wir hoffentlich in unserem Leben in der Form nicht so schnell noch mal durchmachen werden müssen. Trotzdem gibt es uns eben endlich mal Zeit nachzudenken, unser Leben aufzuräumen, uns mal wieder um unsere Lieben zu kümmern, Dinge zu tun, für die sonst keine Zeit ist, vielleicht sogar letzten Endes zu erkennen, dass das Leben auch anders laufen kann als bisher.

Ich finde, wenn es uns einigermassen gelingt, sollten wir diese Auszeit annehmen und nicht immerzu glauben, dass wir dadurch Lebenszeit verlieren, sondern im Gegenteil akzeptieren, dass diese Zeit auch ein Gewinn sein kann. 

Die Grundvoraussetzung dazu muss natürlich sein, dass diese Zeit am Ende nicht mit großem Unglück und Schaden ausgeht.

 

Jetzt wünsche ich Euch ganz viel Kraft, Energie und Kreativität diese Zeit gut zu überstehen. Ich hoffe sehr, das Ihr alle mit, aber natürlich auch ohne Familie, unbeschadet hier herauskommt und Ihr am Ende nicht allzu schlecht an diese Wochen zurück denken müsst.

Bleibt gesund, lasst Euch nicht allzu sehr von Eurer Familie stressen und vor allem versucht Verständnis füreinander zu haben. Auch wenn das gerade nicht so einfach ist. Vergesst dabei nicht die Menschen um Euch, denen es vielleicht schlechter geht als Euch und die Eure Hilfe brauchen. 

Und…. noch ein positiver Gedanke ganz zum Abschluss, welch Glück im Unglück ist  doch gerade der Zeitpunkt, in dem uns dieses Virus trifft. Das anstehende Frühjahr lädt gerade dazu ein,  jetzt raus zu gehen und die ersten warmen Sonnenstrahlen zu genießen. Hätte uns das Ganze ein paar Monate früher, das heisst noch im Winter getroffen, wäre die Situation sicher viel schwieriger zu ertragen. Auch dafür bin ich sehr dankbar!

Alles Liebe 

von Eurer Amalie

aboutamalie

Hallo Ihr Lieben, wie ich mich freue, dass Ihr mich gefunden habt, in meinem Wohnzimmer!!! Von hier berichte ich Euch, was ich gerade so erlebt habe, was mich gerade beschäftigt, was sich gerade bei mir in Haus und Garten so tut.... und und und. Amalie ist eigentlich mein zweiter Name, aber er ist einfach viel schöner als mein erster Name. Ich lebe mit meiner Familie und unserem Hund im Süden von München. Ich bin Anfang 50 und sehr gespannt, wie sich mein Blog entwickeln wird. Vielleicht helft Ihr mir und gebt mir viele Anregungen und Ideen, was Euch so interessiert, damit es in diesem kleinen Wohnzimmer-Blog so richtig spannend und abwechslungsreich wird.

View Comments

  • So schöne und passende Worte. Überhaupt nicht fehl am Platz! Danke hierfür! Liebe Grüße

    • Danke, liebe Marita! Freue mich, dass Dir meine Gedanken zu dem Thema gefallen haben! 😘

  • Hallo Amalie,

    vielen Dank für deine lieben Worte auf meinem Blog.

    Ich finde mich in vielen Zeilen deines Beitrages wieder. Der Ausschnitt deiner Gedanken ist keineswegs "unangemessen". Jeder von uns hat auf seine Weise "sein Päckchen zu tragen" und da haben Gedanken jeglicher Art eine Daseinsberechtigung. Ganz egal, in welchem Maße man nun von der Situation betroffen ist.

    Dir und deiner Familie alles Gute, bleibt gesund und passt auf euch auf.

    Herzliche Grüße vom Niederrhein - Tati

    • Danke, liebe Tati! Viel Kraft, positive Energie und ein gutes Immunsystem auch für Dich und Deine Familie sendet Dir, mit lieben Grüßen, Deine Amalie

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