Die Königskerze - Meine Wetter-Prophetin für den kommenden Winter 2021/22

Letzte Woche machten wir einen Ausflug zum wunderschönen Ahornboden im Karwendel-Gebirge. Eigentlich hatten wir uns auf einen gemütlichen Herbstausflug eingestellt und hofften dort noch etwas von der großartigen Laubfärbung der berühmten Ahornbäume zu sehen. 

Der Ausflug hat uns dann aber gezeigt, dass in den Bergen der Herbst eigentlich schon fast vom Winter abgelöst worden ist. Die Ahornbäume waren leider größtenteils nur noch mit braunem, trockenem Laub geschmückt und ein paar hundert Meter oberhalb begrüßte uns schon richtig der Schnee.


Und weil wir alle auch temperaturmäßig ziemlich überrascht wurden, denn es war schon ziemlich kalt hier oben in den Bergen, redeten wir viel über das Wetter und über alles was damit zusammen hängt.

Natürlich mußte ich jetzt auch wieder an die Königskerze denken und überlegte, ob sie diesen frühen Wintereinbruch vorhergesagt hatte?

Erst zu Hause hatte ich dann Zeit meine Bilder zu durchforsten, denn auch im Sommer 2021 habe ich für Euch wieder viele Bilder der Königskerze gemacht. Diesmal konnte ich sogar an mehreren Pflanzen verfolgen, wie die Pflanzen durch den Winter gekommen sind, wie sie gewachsen sind, sich im Sommer je nach Wetterlage geneigt haben und wie sich schließendlich ihre Blüten entwickelten haben,

Und weil Ihr meinen Königskerzen-Artikel vom letzten Herbst so eifrig gelesen habt, möchte ich auch dieses Jahr wieder versuchen anhand meiner diesjährigen Beobachtungen dieser wunderbaren Pflanze ein wenig das Wetter für den kommenden Winter 2021/2022 vorherzusagen.

So bin ich schon im Herbst des letzten Jahres auf die Suche nach der zweijährigen Pflanze gegangen. Die Blattrosette der Königskerze entwickelt sich nämlich schon im Vorjahr ihrer Blüte. Kurz vor dem Winter, wenn der Boden nicht mehr allzu bewachsen ist, kann man sie dann leicht finden. Man muss sich nun nur noch den Standort merken, damit man dann im Frühjahr beginnen kann ihre Entwicklung zu beobachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 23. April diesen Jahres konnte ich dann mit Erleichterung feststellen, dass die von mir im Herbst entdeckte Pflanze den Winter gut überstanden hatte und trotz Frost schon ein wenig angefangen hatte zu wachsen.  

Ab diesem Zeitpunkt ging es von Tag zu Tag mit der Königskerze vorwärts. Sie entwickelte sich rasend schnell und ich konnte nur staunen, wie rasch sie zu einer großen Pflanze wurde. Dabei wurde mir mal wieder deutlich vor Augen geführt, wie wenig Zeit die meisten Pflanzen in unseren Breitengraden haben über den Sommer zu wachsen, zu blühen und Samen zu bilden.

17. Mai 2021. die Königskerze fängt an zu wachsen
7. Juni 2021, die Pflanze fängt an sich zu strecken
9. Juni 2021, der Blütenansatz ist schon zu erkennen
21. Juni 2021, die Blüte ist nun schon voll entwickelt und die Pflanze bereits an die 60 cm hoch

Um den 22. Juni 2021 kam dann eine Wetterperiode mit viel Sturm, Hagel und vor allem Überschwemmungen. 

Wie ich es ja schon im letzten Sommer 2020 beobachten konnte, zeigt die Königskerze in solchen Phasen eine deutliche Neigung der neuen Blüte. Meine Bilder, die Ihr hier sehen könnt, sind von verschiedenen Pflanzen gemacht. Beide Pflanzen zeigen dieses auffällige Verhalten. 

25. Juni 2021, die Pflanze steht wieder kerzengerade bei ruhigerer Wetterlage
29.Juni 2021, die Blütenknospen sind nun schon deutlich zu erkennen
2. Juli 2021, die Pflanze ist jetzt schon knapp 1, 5 Meter hoch
5. Juli 2021, die erste Pflanze hat gerade angefangen zu blühen
5. Juli 2021, meine zweite Pflanze hat noch keine Blüten
7. Juli 2021, die erste Pflanze blüht nun ganz oben
14. Juli 2021, die erste Pflanze blüht an verschiedenen Stellen
16. Juli 2021, die zweite Pflanze fängt jetzt erst an zu blühen

 

 

Am 23. Juli blüht die erste Pflanze schon fast gar nicht mehr und ist am 17. August fast komplett abgestorben.

 

 

 

Die beiden anderen Pflanzen blühen dagegen am 9. August und auch am 17. August noch vereinzelt.

Traditionell liegt Mitte August der Zeitpunkt, an dem man anhand der Königskerze das Wetter für den kommenden Winter ablesen kann. Somit war es nun an der Zeit, sich an die Arbeit zu machen.

Meine erste Pflanze war zu diesem Zeitpunkt schon abgestorben und durfte daher eigentlich nicht mehr herangezogen werden. Die anderen beiden Pflanzen blühten noch vereinzelt und waren deshalb für die Wetterprognose besser geeignet.

Wie ich bereits letztes Jahr in meinem Artikel Die Königskerze und ihre Prognose für den kommenden Winter 2020/2021 erläutert habe, steht jeder Abschnitt des Blütenstabes (im unteren Teil angefangen) für einen Monat im Herbst/Winter. Dabei wird ungefähr mit dem Monat Oktober angefangen und an der Spitze mit den Monaten März/April geendet. Noch vorhandene Blüten stehen dabei für kalte, schneereiche Abschnitte des Winters.

Die Kunst der Wetterprognose schreibt vor, daß der 15. August der Stichtag für die Ablese ist. Nicht früher, nicht später und auch nicht mit Hilfe abgestorbener Pflanzen.  

Anhand der Pflanze auf meinem Foto vom 15. August (links) will ich Euch nun versuchen das Wetter für den kommenden Winter 2021/22 vorherzusagen.

 

Man kann bei dieser Pflanze vor allem im unteren Drittel sowie in den beiden oberen Dritteln immer wieder Blüten erkennen, die für kalte beziehungsweise schneereiche Monate stehen. 

Teilt man den Winter nun in drei Abschnitte so erhält man folgende Einteilung: Erster Abschnitt ungefähr von Oktober bis Dezember, zweiter Abschnitt von Dezember bis Februar und der dritte Abschnitt von Februar bis April. 

So könnt Ihr an der obigen Königskerze erkennen, dass ganz unten noch ein paar Blüten zu erkennen sind. Dies passt ziemlich gut mit dem recht kalten Oktober zusammen, den wir hier im Süden von Deutschland gerade erleben. Auch der schon von uns in den Bergen entdeckte Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt lassen sich damit in Verbindung bringen. 

Auch gegen Ende des ersten Drittels des Blütenstabs sind ein paar ganz kleine Blüten zu sehen. Vielleicht bedeutet das, dass wir auch ein wenig Schnee im Dezember zu erwarten haben.

Am Ende des zweiten Drittels befinden sich ein paar mehr Blüten. Sie könnten bedeuten, dass wir unter Umständen im Februar etwas mehr Schnee mit kalten Temperaturen bekommen werden.

Na ja und was den dritten Abschnitt betrifft, also das Ende des Winters, da könnte uns dieses Jahr ein spätes Frühjahr bevorstehen. Hier könnt Ihr ziemlich viele Blüten sehen, die möglicherweise noch mal größere Schneemengen für uns bedeuten könnten. 

Nun, lassen wir uns überraschen, ob ich vielleicht ein bisschen richtig liege mit meinen Beobachtungen.

 

Ich muss hier aber unbedingt betonen, dass ich absolut kein Experte auf dem Gebiet der Wettervorhersage anhand der Königskerze bin. Ich finde es für mich einfach nur wahnsinnig spannend diese Pflanze den ganzen Sommer hindurch zu beobachten und dann am Ende ihrer Wachs- und Blühzeit zu schauen, ob sie vielleicht wirklich zur Wetterprophetin taugt. 

Im übrigen gibt es auf diesem Gebiet viele sehr erfahrene Wetterbeobachter, die schon seit Jahrzehnten anhand des Blütenstandes der Königskerze das Wetter prognostizieren. So meint der Wetterbeobachter Josef Haslinger aus Benediktbeuren in Bayern, dass „Ein gschlamperter Winter auf uns zukommt“. Ich finde das passt ganz gut zu meinen Beobachtungen. So haben wir offenbar immer wieder kältere Schneetage zu erwarten aber auch große Strecken mit wärmeren Wetter. Dies kann dann aber leider auch ungemütliches Regen- und Tauwetter bedeuten. 

Leider wäre so ein Winter wieder ein typischer Winter, wie wir ihn nun ja schon seit vielen Jahren im Zuge des Klimawandels erleben müssen. 

Der Klimawandel macht die Vorhersage des Winters mit Hilfe der Königskerze sicherlich heutzutage schwieriger als früher. Wahrscheinlich ist der Stichtag der Ablese, Mitte August, bald nicht mehr wirklich haltbar. Aufgrund des meist immer früher einsetzenden Frühjahres und viel wärmeren Temperaturen während der Wachstumszeit verschieben sich die Vegetationszeiten, auch die der Königskerze, mehr in Richtung sehr frühes Frühjahr bis Mitte des Sommers (Juli)

Es wäre dabei wirklich schade, wenn durch den Klimawandel alte Weisheiten und Kenntnisse bezüglich der Natur verdrängt werden würden, beziehungsweise nicht mehr richtig funktionieren würden. Gerade dieser Austausch zwischen Mensch und Natur, diese Art Kommunikation, finde ich so wichtig. Sie ist inzwischen sehr vielen Menschen leider abhanden gekommen. Dabei kann dieses Gefühl, dass die Natur für uns da ist und uns helfen will, gut zu leben, so beruhigend sein Auch deshalb ist es so wichtig geworden unsere Erde zu schützen und zu schätzen, 

Mir hat jedenfalls auch dieses Jahr mein Sommer mit der Königskerze wieder viel Spaß gemacht und ich hoffe ich werde die nächsten Jahre immer besser im „Lesen der Nachrichten“ dieser großartigen Pflanze werden – auch trotz Klimawandels !!!

Alles Liebe aus dem Wohnzimmer von

Eurer

Amalie

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Wir nehmen den Winter, wie er kommt
    Gottseidank können wir das Wetter nicht selbst machen!
    Einwenig Schnee, Kälte
    wäre doch sooo schön
    Danke für den sehr guten Beitrag und pflege Deine Pflanzen!
    Lg Meggie

    1. Liebe Meggie,
      Da gebe ich Dir recht. Ich hoffe auch, dass wir im kommenden Winter mal wieder von allem ein bisschen was bekommen werden. Die Kinder mal wieder Schlitten fahren können und der Glühwein bei klirrender Kälte einfach besser schmeckt.
      LG und vielen Dank für Deine Nachricht
      Amalie

    2. Doch wir können, und es wird auch gemacht, seit vielen Jahren. Bestätigt durch zahlreiche Quellen, auch ganz öffentlich offizielle. Klimawandel bedeutet nix anderes, als: der Mensch (Militär/Hochfinanz) werkelt direkt am Wetter herum. Verkauft wird dies als menschengemachter Klimawandel… und ja, das stimmt, es ist menschengemacht, aber nicht von dir, mir oder deinem Nachbarn. Naivität ist der Freiheit Tod.

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